Geschichte des Fischervereins Urfeld

Der Fischerverein Urfeld wurde am 16.02.1946 unter dem Vorsitz Gottfried Becher sen. im Lokal Eduard Weißbarth gegründet (siehe Gründungsprotokoll). Er schloss sich dem Landes - Fischerei - Verband Nord-Rheinland e.V. an, dem er nunmehr 40 Jahre unter der Mitgliedsnummer 165 angehört. Viele Gründungsmitglieder waren bis dahin Mitglied des Sportfischervereins Wesseling 1929. Von der kameradschaftlichen Verbundenheit zwischen dem S.F.V. Urfeld und dem S.F.V. Wesseling zeugte das Erscheinen des 1.Vors. Pütz auf der Mitgliederversammlung in Urfeld am 22.April 1946. Herr Pütz wünschte dem Neugegründeten Verein alles Gute und überreichte eine Starthilfe von 75,- Reichsmark. In der Nachkriegszeit stellte der Fischfang mit der Angel am Rhein nicht nur ein Hobby dar, sondern diente auch zur Bereicherung des kärglichen Mittagstisches. Bis Anfang der 50er Jahre wurden noch reichlich schmackhafte Aale, Barben, Hechte, Rotaugen, Brassen uns. aus dem Rhein gefangen. Ein guter Tagesfang konnte beim Bauer sogar gegen andere Naturalien eingetauscht werden. Rasch wuchs der Verein auf eine stattliche Mitgliederzahl von 63 Mitglieder im Jahre 1947. Bei den Mitgliedern handelte es sich, wie heute, überwiegend um Arbeiter und Handwerker. Das nicht nur unsere langjährige Kassenwarte Werner Schulz und Rudi Klein ihr Geschäft verstehen, davon zeugt die Aufzeichnung im Protokollbuch vom 2.2.1947, als auf Vorschlag des Kassierers das Reichsmarktguthaben der Vereinskasse, wegen der absehbaren Währungsreform, schnell in Angelartikel eingetauscht wurde. Bereits am 10. August 1947 wurde das 1. Stiftungsfest mit einem Preisangeln am Rhein gefeiert. Mit den Nachbarvereinen Wesseling v. 1929 und Früh Auf Widdig wurde 1949 ein erfolgreiches Preisfischen im Zuge des Stiftungsfestes mit anschließender Tanzveranstaltung im Saale Weisbarth abgehalten.

 

Offensichtlich ging die Mitgliederzahl Anfang der 50er Jahre zurück, denn nach dem Rücktritt von Gottfried Becher sen. als Vorsitzender im Jahre 1952 wurde Arthur Jänsch in einer von nur 16 Mitgliedern besuchten Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im neuen Vereinslokal Haas (heute Alt Urfeld) wurden Peter Axler zum 2. Vors., Reinholt Faßbender zum Kassierer und Fritz Becher sowie Wilhelm Kaulen zum Beisitzer gewählt. Gottfried Becher sen. wurde wegen seiner Verdienste für den Verein zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Nach dem frühen Tod von Arthur Jänsch übernahm Gottfried Becher sen. nochmals die Vereinsführung bis zur Wahl von Johann Kirchhardt am 6.1.1957 zum 1.Vorsitzenden. Karl Weißbahrth wurde zum 2. Vors. gewählt und Josef Hahn übernahm das Amt als Schriftführer. Der Verein wählte die Gaststätte Schliebach zum neuen Vereinslokal. In dieser Zeit wurde vierteljährlich eine Mitgliederversammlung abgehalten, und man traf sich Sonntagsmorgen im Vereinslokal Schliebach zum Anglerlatein. Nach außen trat der Verein nicht groß in Erscheinung, da man gemäß Beschluss vom 17.3.1957 Einladungen zum Preisfischen benachbarter Vereine nicht mehr annehmen wollte.

Sportlich traf man sich vereinsintern einmal jährlich zum Preisangeln am Rhein.1959 trug sich Josef Hahn zum ersten Mal in die Siegerliste beim Rheinfischen ein, dessen Abschluß eine vereinsinterne Tanzveranstaltung bildete. 1960 bestand der Verein aus 18 Mitgliedern und 6 Jugendlichen. Bei der Meldung an den Verband wurden Rudi Klein, Wilfried Brücken und Oswald Heer ersten Mal aufgeführt. In einem Schreiben an den Verband beschwerte sich der Schriftführer Josef Hahn:" Der Verein würde noch viele Mitglieder aufzunehmen haben, wenn der Rhein nicht so sehr verschmutzt sei. Es wäre zu begrüßen wenn der Verband sich für eine Säuberung des Wassers einsetzen würde." In der Zeit kam das Angeln am Rhein fast zum Erliegen, da der Rheinfisch vor allem durch die Ölverschmutzung nicht mehr zu genießen war und viele gefangene Fische Krankheitsmerkmals aufwiesen.

Dadurch sank die Mitgliederzahl stark ab. Johann Kirchhart legt 1966 den Vorsitz nieder und Gottfried Becher jun. wurde 1. Vorsitzender. 1967 beschlossen die 11 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, an jedem Montag im Monat eine Mitgliederversammlung abzuhalten. Dieser Brauch hat bis heute, jetzt jeden ersten Donnerstag, bestand. 1968 übernahm Gottfried Becher sen. nochmals die Vereinsführung. Im September 68 organisierten Werner Neubauer und Oswald Heer die erste Vereinsaalnacht in den Weiden. Mit der Wahl von Werner Neubauer zum 1. Vorsitzenden 1969 wurde die Vereinsarbeit weiter aktiviert. Die Mitgliederzahl stieg auf 26, und erstmals wurde im Zuge des Rheinangelns ein Rheinpokal ausgefischt. Der althergebrachte Beitrag von 0,50 DM wurde auf 1,00 DM erhöht. Leider erhielt die Rheinangelei am 24.Juni 1969 durch das große Fischsterben einen herben Rückschlag. Durch ein Insektenvernichtungsmittel, welches über den Main in den Rhein gelang, starben die Fische auf weiten Streckenabschnitten fast gänzlich ab.

Wegen des Fischsterbens im Rhein wich der Verein im Jahre 1970 auf ein Kiesgrubengewässer in der Nachbarschaft aus. Die Mitgliederzahl stieg auf 36 Aktive, 4 Jugendliche und 11 Inaktive. Zum ersten Mal wurde von Werner Neubauer und Walter Babbel ein Gemütlicher Abend in der Aula der Grundschule gestaltet. Dieses Jahresabschlußfest bildet bis heute den Höhepunkt des Fischerjahres. Im Januar 1971 wurde Josef Hahn zum 1. Vorsitzenden, Benno Weischer zum Geschäftsführer und Werner Schulz zum 1. Kassenwart gewählt. Unter der maßgeblichen Führung dieser drei Sportskameraden wurde der Verein zielstrebig ausgebaut. Im Zuge des 25jährigen Jubiläums absolvierte der Verein ein reichhaltiges Programm mit Anfischen, Ostseeangelfahrt, Aalnacht mit großem Tanzfestzelt, Rheinpreisangeln und Gemütlichem Abend mit viel Erfolg. Höhepunkt des Gemütlichen Abends in der Aula der Grundschule Urfeld war die Ehrung des 1. Fischerkönigs Friedrich Fuchs.

Die Jugendmannschaft des Vereins gewann die Bezirksmeisterschaft auf der Urfelder Hausstrecke. Die Mitgliederzahl stieg auf 60 Aktive, 16 Jugendliche und 9 Inaktive. Mit "Früh Auf" Wesseling und dem SFV Wesseling von 1929 wurde die Arbeitsgemeinschaft Wesselinger Sportfischervereine - ARGE - gegründet und ein erster Vorpachtvertrag für die noch nicht Beangelbahre Kiesgrube Krumbach am Domhüllenweg abgeschlossen. Am 22.1.1972 wurde der Verein als S.F.V. Urfeld von 1946 e.V. ins Vereinsregister eingetragen. Gleitzeitig trat die neue Vereinssatzung in Kraft, die für einen Verein von ca. 100 Mitgliedern und die Anpachtung von Angelgewässern zugeschnitten war. Der Beitrag wurde von 1.00 DM auf 36,00 DM erhöht. Endlich am 12. Mai 1973 konnte mit ARGE-Vereinen das erste Angeln der ARGE am Krumbachgewässer abgehalten werden. Durch die Angepachteten Angelgewässer an der Autobahn in Urfeld zog der S.F.V. Urfeld viele Angler aus der Umgebung an und wuchs rasch auf 69 Aktive, 16 Jugendliche und 19 Inaktive. Leider zeigte diese Überfremdung, dass viele Mitglieder nur ans Angeln und nicht an die notwendige Fischhege mit dem damit verbundenen Arbeitsdienst dachten. Die Mitgliederzahl sank Ende 1975 auf 54 Aktive, 9 Jugendliche und 22 Inaktive.

Oswald Heer übernahm 1975 das Amt des Gewässerwarts, und erstmals wurde der Gemütliche Abend im Saale "Alt Urfeld" mit kaltem Büfett, Ehrung des Fischerkönigs, Tanz, Gesellschaftsspielen, Einlagen und großer Tombola von Josef Hahn und Peter Viebahn gefeiert, so wie es heute noch Brauch ist.

1976 übernahm Manfred Rothermund die Geschäftsführung. In den Jahren von 1976 bis 1980 gelang es dem Vorstand, mit einem aktiven Jahresprogramm (4 Wertungsangeln um den Fischerkönig, Aalnacht, Nord- und Ostseefahrt, Gemütlicher Abend usw. ) den Verein auf eine Mitgliederzahl von 80 Aktiven, 8 Jugendlichen und 41 Inaktiven zu stabilisieren, wovon die überwiegende Zahl der Mitglieder in Urfeld wohnen. Ferner wurde erreicht, das Krumbachgewässer vor der Verkippung zu bewahren und den Pachtvertrag in Ordnung zu bringen.

Da der Gewässeraufbau unter der ARGE-Regie in den Kinderschuhen stecken blieb, trennten sich die ARGE-Vereine 1979.Nach intensiven Verhandlungen durch den Chronist mit den beteiligten Vereinen, den Verpächtern des Krumbach- und Kringsgewässers konnte eine gütliche Aufteilung der Angelgewässer mit langfristigen Pachtverträgen erreicht werden.

Der S.F.V. Urfeld konnte am 1.7.1980 das Krumbachgewässer als eigenes Vereinsgewässer übernehmen. Damit war die Grundlage für ein noch ansprechendes Vereinsleben gelegt. Zügig wurde die Zaunanlage, Schutzhütten, Fischerhütte, Seeterasse, Rundweg, Parkplatz, in den folgenden Jahren mit erheblichem Fleiß und handwerklichem Geschick der Mitglieder in jährlich vier Arbeitsdiensten und Sommerarbeitsdiensten erstellt. Für 1986 hat die Stadt eine gründliche Ausbesserung der Zuwege zum Gewässer erfreulicherweise zugesagt. Am 10.1.1981 gab Josef Hahn nach zehn Jahren den Vorsitz an Manfred Rothermund ab. Josef Hahn wurde einstimmig für seine mehr als 30jährige Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1981 wurde das Jahresprogramm um ein Seefest erweitert, das bis heute ein weiterer Höhepunkt im Fischerjahr, mit Ausangeln der Seekönigin und des Seepokal sowie dem geselligen Treiben auf der Seeterasse bildet. Auswärtsfahrten führten uns an die Mosel, Lahn, Sieg, Niederkassel und den Ruhrsee. Mit der Anschaffung unserer Vereinszelte und einer Tanzfläche für den von der Stadt 1983 erweiterten Aalplatz Anfang Weiden konnten in den letzten drei Jahren, bei gutem Wetter, herrliche Aalnächte und Seefeste mit großer Besucherresonanz gefeiert werden.

Beim Bau des WC-Wagens in ca. 300 Arbeitsstunden stellten über 25 Mitglieder aus allen Berufssparten 1985 erneut ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis, wenn es darum geht, ein erkanntes Problem im Vereinssinne mit Tatkraft zu lösen. Rechtzeitig zur Aalnacht 1985 wurde seitens der Stadt die Zugangstreppe über den neuen Hochwasserdamm zum Aalplatz - mit der wohlwollenden Unterstützung von Bürgermeister Alfons Müller - fertig gestellt. Das taunasse Gras des Hochwasserdammes hatte sich zu später Stunde für viele Gäste als Sturzfalle erwiesen, wenn diese den Heimweg über den Damm mit etwas "Schlagseite" angetreten hatten. Mit dem von unseren Mitgliedern erbauten Toilettenwagen gehörte das Problem der fehlenden sanitären Einrichtungen ebenfalls der Vergangenheit an. Die Stadt stellte uns freundlicherweise den notwendigen Kanalanschluss mit dem Ausbau der Kläranlage zur Verfügung.

Die mit großem Werbeaufwand und der Festschrift zum 40-jährigen Vereinsjubiläum angekündigte 20. Aalnacht viel ins Wasser. Offensichtlich fehlte uns an diesem Wochenende der gute Draht zu unserem Schutzpatron Petrus, denn mit Regen von oben, Sturm von der Seite und Hochwasser vom Rhein her (der Leinpfad stand unter Wasser), war eine ordnungsgemäße Durchführung der Aalnacht sowie der Stadtmeisterschaft im Angeln nicht möglich. Erfreulicherweise war dennoch, dass so viele Urfelder bei diesem Hundewetter den Weg zu uns an den Rhein fanden. Kurz entschlossen wurden Aalnacht und Stadtmeisterschaft 14 Tage später wiederholt. Diesmal hatten wir mit dem Wetter Glück und es wurde eine der schönsten Aalnächte am Rhein. Gegen 2.00 Uhr morgen tanzten noch etliche Paare auf der von 2 Scheinwerfern angestrahlten Tanzfläche zu den Klängen der Tanzkappele. Selbst die Angler waren überaus erfolgreich mit vielen gefangenen Aalen. Aalkönig wurde Wilfried Brücken mit 7 gefangenen Aalen.

Am Dorfleben beteiligt sich der S.F.V. Urfeld seit Jahren tatkräftig im Rahmen des Ortsausschusses.
Zum Ende des Jahres 1995 beschloß der Verein sich umzubenennen in Fischerverein Urfeld von 1946 e. V., damit unterstreicht der Verein das die Ausübung der kameradschaftlichen Fischwaid und Fischhege im Vordergrund des Vereinszwecks steht.

Zum 65 jährigen bestehen des Vereins im Jahr 2011 sind .... Aktive, ..... Jugendliche und ....inaktive im Verein.